Ferienfilmworkshop im Kulturraum Sechtem zum Thema: Reichspogromnacht

In den Herbstferien fand im Kulturraum Bornheim ein einwöchiger Ferienworkshop statt, der sich zum Ziel gesetzt hatte, einen Kurzfilm für die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht "Erinnern für heute und morgen" zu erstellen. Der Film sollte vermitteln, welche Konsequenzen die Taten am 09. November bzw. am 10. November in Bornheim für die jüdischen Mitbürger hatten. Dabei sollte der Film nicht das große Ganze, sondern vor allem ein einzelnes Schicksal in den Vordergrund stellen.

Für die Vorbereitung des Drehs arbeitete der Kulturraum erstmals mit dem Stadtarchiv Bornheim zusammen, dessen Leiter Jens Löffler die Idee zum Film mit initiierte. So fanden sich im Archiv einige originale Fotos und Dokumente von Menschen, die im Anschluss an die Krawalle aus Bornheim geflohen sind. Diese Dokumente bildeten die Grundlage für die fiktive Geschichte, die im Film erzählt wird. Weiteren Input lieferten Interviews mit Zeitzeugen, die durch verschiedene Schulen in Bornheim geführt und auf Video festgehalten wurden. 

Das Drehbuch wurde von der Theatergruppe des Kulturraums vor Beginn der Ferien angefertigt, so dass schließlich 5 volle Tage Zeit blieben, um die Sets einzurichten, den Film zu drehen und zu editieren. Dabei galt es als besondere Herausforderung, die jugendlichen Darsteller so einzukleiden, dass der Film wirklich aus dem Jahr 1938 stammen könnte. Nur durch den Griff zu Requisiten, die teils von den eigenen Großeltern stammten und den Trick, das Material durch eine sehr niedrige Sättigung seiner Farben zu berauben, konnte diese Illusion gelingen. Besonders beklemmend wirkt die Szene in der Schulklasse, in der die Schauspieler ihren Film-Lehrer mit dem Hitlergruß begrüßen. Besonders Daniel, der sich der Rolle des Lehrers annahm, empfand das gespielte Ausgrenzen eines jüdischen Jungens als sehr unangenehm. Im wahren Leben steht er, wie auch die anderen Schauspieler, für ein offenes und friedvolles Miteinander. 

Der Film wurde auf der Veranstaltung in großem Format gezeigt und ist nun auch auf Youtube verfügbar. Die oben erwähnte Szene wurde allerdings abgedunkelt – zum Schutz der Darsteller vor möglicher Fremdnutzung der eindeutigen Bilder.

 

www.youtube.com/watch