Glückwunsch Kulturcafé - seit 10 Jahren in Evangelischer Hand

Das Kulturcafé ist seit zehn Jahren in Evangelischer Hand. Viele feierten am 31. August das Jubiläum.

Stolze 22.500 Besuchende zählte das Kulturcafé im Herzen von Siegburg im vergangenen Jahr. Das Kulturcafé, in dem die Offene Jugendarbeit tagtäglich gelebt wird, hatte 2017 300 Öffnungstage. Seit drei Jahren ist der Treffpunkt für junge Menschen unterschiedlicher Couleur an sechs Tagen in der Woche geöffnet – von sonntags bis freitags. Die Sonntagsöffnung war ein Herzenswunsch der jungen Menschen, für die das Café längst zum zweiten Zuhause geworden ist.

Viele waren am vergangenen Freitag ins Siegburger Kulturcafé gekommen, um die 10-jährige Trägerschaft des Evangelischen Kinder- und Jugendreferates An Sieg und Rhein und Bonn für das Kulturcafé zu feiern. Jung und Alt versammelten sich in den Räumlichkeiten des Cafés. Nachbarn und Weggefährten folgten ebenfalls der Einladung.

Stephan Langerbeins, Geschäftsführer des Evangelischen Kinder- und Jugendreferates An Sieg und Rhein und Bonn, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und erläuterte kurz die Ursprünge der Offenen Jugendarbeit. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war es den Be-satzungsmächten ein Anliegen, Räume zu schaffen, die der Demokratiebildung zu Gute kamen. Damals waren die Einrichtungen unter dem Namen „German Youth Activity-Heime“ bekannt. Auch im Kulturcafé hat das Demokratieverständnis einen hohen Stellenwert, da es maßgeblich die Offene Jugendarbeit prägt.

„Im Kulturcafé steht die Jugend im Zentrum“, das machte Langerbeins mit den ersten Worten seiner Begrüßungsrede deutlich. „Im Kulturcafé sind alle Jugendlichen egal welcher Herkunft willkommen. Das Café ist mittlerweile ein Schmelztiegel von ganz unterschiedlichen jungen Menschen, ganz unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur. Diese Vielfalt trifft im Kul-turcafé aufeinander.“

Die Jubiläumsfeier wurde auch genutzt, um Danke zu sagen für eine Sonderförderung der Stadt Siegburg. 40.000 Euro hatte die Stadt im letzten Jahr zur Verfügung gestellt, damit die in die Jahre gekommene Ausstattung des Kulturcafés erneuert werden konnte. Die Jugendlichen freuten sich u.a. über eine komplett neue Ton- und Lichtanlage im Konzertraum.
 
Bürgermeister Franz Huhn, der sich mit den Jugendlichen blendend versteht und austauscht, wie zu beobachten war, war auch Gast der Feier zum zehnjährigen Jubiläum und sprach ein Grußwort. Die Stadt Siegburg unterstützt jährlich die Institution mit 250.000 Euro. „Die Stadt wird muslimischer, die Zahlen machen dies ganz deutlich, sie wird weniger katholisch, auch weniger evangelisch. Sie wird immer mehr ohne alles. Deswegen ist es sehr gut, dass wir Treffs haben, in denen Demokratie großgeschrieben wird und alle miteinander spielen“, formulierte Huhn in seinem Grußwort. Im Kulturcafé wird „Friedensarbeit und Erziehungsarbeit“ geleistet, sagte Huhn. Weiter dankte Bürgermeister Huhn den Mitarbeitenden des Kulturcafés, die die Arbeit im Sinne des „Wertekanons“ ausüben.

Hauptakteure der Jubiläumsfeier waren selbstverständlich die Jugendlichen, die im Café ein- und ausgehen. Rap und Gesangseinlagen der Jugendlichen sorgten für ausgelassene Stimmung. Sie präsentiertenselbstkreierte Songs, die sie bereits in den Sommerferien zu eignen Musikvideos produzierten. Ein weiteres Highlight bescherte die Kölner Band „Buntes Herz“. Die achtköpfige Band spielte eine Mischung aus kurdischer, arabischer und afghanischer Folklore gemischt mit „westlich“ geprägtem Rock - sie brachte die Feiermeute zum Tanzen.